Die Kongregationale Mision zu Jardín América (Asociación Civil Cristiana Congregacional) ist eine von Staat und Kirche unabhängige Organisation (NGO), die unter argentinischem Gesetz seit 1998 tätig ist. Die Statuten unserer Gesellschaft berechtigen uns:

  • christliche Werte in der Gesellschaft bekannt zu machen
  • in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Erziehung sozial tätig zu sein und dementsprechend auch die nötigen Einrichtungen ins Leben zu rufen und zu erhalten
  • mit anderen Gesellschaften/Organisationen zusammen zu arbeiten

Angefangen hat es im Jahre 1988, als Pastor Teodoro Stricker mit Strohhut und in abgetragener Kleidung durch die Armenviertel von Jardín América marschierte. Von den Leuten angesprochen, was er denn wolle, lautete seine einfache Antwort: „Ich komme Euch zu helfen, nach Gottes Willen“.

Die Bekanntschaft mit dem deutschen Professor Wolfram Spitzner, seine Besuche, seine Mut machenden Worte und Unterstützung haben ganz entscheidend zur Entstehung und weiteren Entwicklung des Missionswerkes beigetragen. Sie sind auch heute noch vielen in sehr guter Erinnerung.

Eine weitere von Gott geführte Begegnung geschah, als wir in Kontakt mit dem deutschen Missionswerk Brücke zur Heimat kamen. Seit vielen Jahren steht es an unserer Seite und vermittelt Patenschaften, die es uns möglich machen, den ärmsten der Kinder hier ganz konkret zu helfen. Auch der Druck und Versand des von jedem geschätzten Lebensbrotskalenders (Calendario Pan de la Vida) ist der „Brücke zur Heimat“ zu verdanken.

Heute besteht unsere Arbeit im Wesentlichen aus vier Bereichen:

  • Kinderpatenschaften: Kinder aus extrem armen Familien werden unterstützt und betreut (die Vermittlung von Patenschaften geschieht durch das Missionswerk Brücke zur Heimat).
  • Gesundheitsversorgung: Die Stationsklinik der Mission bietet ärztliche Betreuung und Krankenpflege für die Bevölkerung – insbesondere für Menschen aus den Armenvierteln - für einen freiwilligen Beitrag an.
  • Feldarbeit: Auf einer Fläche von ca. 9 Hektar können arme Familien für ihre eigenen Bedürfnisse pflanzen und ernten. Werkzeuge und Geräte werden von der Mission zur Verfügung gestellt, die notwendige Feldarbeit erledigen die Leute selbst.
  • Christliche Erziehung und Veranstaltungen: Verschiedene Räumlich-keiten stehen Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen zur Verfügung. Eine Sporthalle bietet insbesondere  Jugendlichen und Teenagern die Möglichkeit sich zu treffen und sportlich zu betätigen, damit sie auf diese Weise von der Strasse, Alkohol und Drogen ferngehalten werden.

Ich habe mit einigen unserer jungen Mitarbeitern gesprochen, die von Kindheit an die Mission kennen und mit ihr groß geworden sind, und nach ihrer persönlichen Erfahrung gefragt. Hier sind ihre Antworten.

Haidée Noemí Castel wurde als erste durch eine Patenschaft von der Mission betreut. Heute ist sie die Krankenschwester der Missionsklinik und Vorstandvorsitzende. Ohne Unterstützung wäre sie möglicherweise auf der Strasse gelandet, wie sonst viele andere junge Mädchen.

Haidée sagt: "Ich liebe meine Arbeit in der Missionsklinik. Hier kann ich Leuten helfen, kann  ihre Schmerzen lindern. Manchmal sind es auch unterernährte Kinder, die zur Klinik gebracht werden. Wir versorgen sie mit Pulvermilch und Vitaminen.

Durch meine Arbeit habe ich gelernt, nicht nur die Krankheit sondern den Patienten zu sehen und zu behandeln. Dazu gehören eine große Portion Freundlichkeit und Liebe.  Öfters fühle ich mich echt überfordert, vertraue aber dem, der mich zu dieser Arbeit berufen hat - Gott, dessen Liebe ich gerne jeden neuen Tag weitergeben möchte."

Doris Stricker Krause ist die Tochter von Pastor Teodoro Stricker und schon als Kind mit der Mission bekannt. Heute arbeitet sie selbst in der Betreuung von Kindern und mit der Jungschar. Auch eine Musikgruppe leitet sie an. Zudem ist sie in der Missionsklinik als Assistentin in der Krankenpflege tätig.

Doris sagt: "Für mich ist die Arbeit mit Kindern ein ganz besonderes Privileg. Wenn man ein junges Leben durch positive Werte beeinflussen kann, so dass es mutig und voller Hoffnung in der Zukunft schaut, dann ist das doch etwas, was Sinn macht. Man lernt dadurch, über seine eigenen Schwierigkeiten hinweg den Anderen in seiner Eigenart zu sehen. Auf jeden Fall fühle ich mich am Ende des Tages glücklich, was ich gar nicht beschreiben, nur dankbar wahrnehmen kann."

Jorge Morais ist ein sehr fleißiger junger Mann, der schon seit Jahren unser Mitarbeiter und für die Feldarbeit zuständig ist. Auch seine Frau und Töchter sind in der Mission aktiv.

Jorge sagt: "Als ich angefangen habe, in der Mission zu arbeiten, wusste ich nicht, wie wunderbar es ist, durch den Dienst am Nächsten den Glauben zu erleben. Nun weiß ich, dass wir Gott dadurch dienen, wenn wir einander Gutes tun. Dann bekommt die Liebe Gottes ein Gesicht im Alltag. Früher kümmerte ich mich eigentlich nur um mich selbst und um meine Familie. Eine große Familie! Schließlich haben wir sechs Kinder, für die ich jeden Tag sorgen muss. Meiner Familie fehlt auch heute nichts, aber mein Lebenshorizont hat sich erweitert. Heute zähle ich zu meiner Familie diejenigen, für die ich etwas Gutes tun kann. Es tut mir gut, in meiner Arbeitskleidung auf dem Feld der Mission zu arbeiten und anderen zu helfen. Wenn ich sehe, dass ihnen dadurch tatsächlich geholfen wird, dann macht es mich sehr froh."

Der Auftrag unserer Mission in Argentinien ist es, den Glauben ganz praktisch im Alltag zu erleben und dadurch anderen zu helfen. „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!“ (Psalm 34:5a) Diese Botschaft möchten wir mit aller Klarheit und Liebe den Leuten vermitteln, die uns begegnen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Unterstützern, die uns in diesem Auftrag zur Seite stehen. Bitte helft uns auch weiterhin, anderen zu helfen!