Seit ich Kinder habe, lerne ich Gottes Liebe und Handeln uns Menschen gegenüber immer besser zu verstehen. Zwei dieser Ereignisse, die ich erlebt habe, möchte ich gerne mit Euch teilen.

Unsere Tochter Meggie redet mit ihren 2 Jahren viel und gerne. Vor allem die Wörter „nein“ und „meins“ werden häufig benutzt. Neulich aß sie eine kleine Schüssel mit Müsliflakes. Ich fragte sie, ob sie mir etwas davon abgeben würde. Wie erwartet hörte ich ein „nein“ und “meins”. Als die Schüssel schon fast leer war, nahm sie die letzten Flakes heraus, steckte mir ihre kleine gefüllte Hand entgegen und fütterte mich mit einem breiten Lächeln auf ihren Lippen. Ich war so gerührt, dass sie mir ihre letzten Flakes gab, dass ich ihr gleich daraufhin ihr Schälchen wieder füllte. Sie freute sich riesig darüber. Sie wusste nicht, dass sie noch mehr Müsli bekommen würde wenn sie mir “ihr Letztes” gab, und dennoch teilte sie ihr restliches Essen mit mir. 

Durch ihre kleine Geste wurde mir deutlich vor Augen geführt: Gott möchte, dass wir ihm unseren Teil geben. Er freut sich darüber und wird auch uns dafür belohnen. 

Ich, der HERR, der allmächtige Gott, fordere euch nun auf: Bringt den zehnten Teil eurer Erträge in vollem Umfang zu meinem Tempel, damit in den Vorratsräumen kein Mangel herrscht! Stellt mich doch auf die Probe und seht, ob ich meine Zusage halte! Denn ich verspreche euch, dass ich dann die Schleusen des Himmels wieder öffne und euch überreich mit meinem Segen beschenke. Maleachi 3,10

Unser Sohn Nick ist jetzt 5 Monate alt und hat schon 2 Impfungen hinter sich. Jedes Mal wenn er die Spritze bekam, weinte und schrie er herzzerreißend. Ich nahm ihn fest in meine Arme, tröstete ihn und sagte, dass ich ihn liebhabe. Mehr konnte ich nicht tun. Mir tat es selber weh, ihn weinen zu sehen, aber ich wusste, er musste die Spritzen bekommen, damit er vor schlimmen Krankheiten bewahrt bleibt. Was muss mein Sohn gedacht haben, als ihm der Schmerz zugefügt wurde? “Mama, du bist doch da. Warum lässt du das zu?”

Dann kam mir der Gedanke, dass auch wir oftmals Schmerz und Leid im Leben erfahren und dann denken: “Herr, du bist doch da. Warum lässt du das zu? Warum verhinderst du das nicht?”

Manchmal ist es auch nur ein „Piks“ den wir spüren, bei dem wir schon aufschreien, der aber sein muss, um uns vor Schlimmeren zu bewahren. Manchmal weinen auch wir herzzerreißend, wenn der Schmerz und das Leid kein Ende nehmen wollen. In solchen Momenten dürfen wir aber gewiss sein, dass Gott uns in diesen Zeiten in den Arm nimmt, uns tröstet und sagt: “Es ist zu Deinem Besten! Ich hab dich lieb!”

Eure Naemi

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