Es war Donnerstagabend. Mein Reha Kurs war vorbei und ich habe mir noch eine Stunde auf dem Laufband gegönnt, bevor ich das Fitnessstudio verließ. Ich trat vor die Tür und vor mir ergoss sich ein traumhaft schöner Abendhimmel. Die Luft war lau und die letzten Vögel sangen ihr Lied. Es roch nach Frühling. Ich blieb stehen, schloss die Augen und genoss mit allen Sinnen diesen wunderbaren Moment. 

Frühling! Karge Bäume bekommen ihr sattes Grün. Im Garten sprießen die ersten Blumen, von Schneeglöckchen, bis hin zu Narzissen und Tulpen. Alles Grau bekommt nun Farbe. Die Tage werden länger und die Sonne demonstriert Tag um Tag ihre steigende Kraft. Und auch meine Seele erwacht neu aus dem traurigen Dunkel. Vielleicht braucht sie länger als ein, zwei Frühlinge, aber es wird wieder hell. Der Angst und Panik in mir weicht einer tiefen Ruhe und einem Frieden, den nur Jesus geben kann. Und dabei war ich IHM lange doch so fern. SEINE Nähe machte mir Angst. ER wusste es… Über Monate ging kein Gebet über meine Lippen. Nur ein klägliches: „Jesus, jetzt nicht! Ich kann nicht! Warte auf mich, ich komme wieder!“ Und was antwortete ER mir? ER sagte nicht etwa beleidigt, ich sei selber schuld, wenn ich nicht von IHM gesegnet werden möchte. ER war auch nicht wütend, gleich dem Motto: „Und das bei allem, was ich dir schon Gutes getan habe?!“ Auch drohte ER mir nicht mit vernichtenden Konsequenzen, die es für mich haben würde, wenn ich von SEINER Seite weiche.

Nein! SEIN liebevolles Lächeln ruhte auf mir und ER antwortete: „Miri, ich weiß das. Es ist alles gut zwischen uns! Ich habe alles im Griff. Ich weiß, dass es zwischen uns nicht so läuft, wie ich es mir für dich und mich wünsche. Doch eins werde ich nicht sein lassen können: Dir zu zeigen, wie sehr ich dich liebe und wie viel du mir bedeutest!!!“

Und so schickte ER mir Menschen zur Seite, die mich und meine Seele mit SEINER tiefen Liebe umarmten. ER war mir die ganze Zeit nah und tat mir Gutes, obwohl ich – scheinbar - so weit weg war. ER hörte die ganze Zeit nicht auf, mich lieb zu haben und es mir durch so viele Situationen immer wieder zu sagen. 

Nach und nach wich die Angst und Sehnsucht nach IHM entstand. Und so stehe ich wieder vor meinem Heiland, mit der Erfahrung der tiefen Dunkelheit um meine Seele, meiner Vergangenheit, meinen verwirrenden Gedanken und Emotionen, mit all meinem Versagen, aber auch mit dem Wissen, um SEINE nie endende Liebe und SEINEM Durchhaltevermögen. Dem Wissen, IHN nicht überfordern zu können. Wie dankbar bin ich für diese Erfahrung!

Ja, es ist wieder Frühling! Eine wunderbare Erfindung Gottes!!! Ich liebe diese Zeit! Und ich brauche sie! Jedes Jahr aufs Neue muss ich daran erinnert werden, dass alles Graue und Dunkle ein Ende hat und die Sonne mit aller Macht mein Land und auch mein Herz erobert. Du nicht auch?

Sei gesegnet!

Miri

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