Alltag mit Gott

Geschichten aus dem Leben

Wie mein Alltag mit Gott aussieht, oder sollte ich eher sagen, wie mein Alltag ohneGott aussieht? Vorab kann ich sagen, dass mein Leben sich anfühlt wie eine Sinus-Kurve: Mal geht’s auf und mal geht’s ab, mal hat man ein Hoch und mal ein Tief.

Momentan allerdings hab ich ein Tief: An den meisten Tagen stehe ich nur wenige Minuten vor der Arbeit auf, um mich noch kurz zu waschen und dann auch schon in die Arbeitswelt zu treten. Das Gebet fällt dabei häufig weg, und falls es doch eins gibt, dann ist es nur ein knapp und ein im Moment gesprochenes. Wenigstens bei der Arbeit gibt es eine Zeit, wo sich dann alle Mitarbeiter zur Andacht treffen, oder sollte ich besser sagen zum Kaffeetrinken? Denn so oft freue ich mich mehr auf den Geschmack dieses Muntermachers, als auf das Wort meines Herrn. Wie kann das sein?

Es war Donnerstagabend. Mein Reha Kurs war vorbei und ich habe mir noch eine Stunde auf dem Laufband gegönnt, bevor ich das Fitnessstudio verließ. Ich trat vor die Tür und vor mir ergoss sich ein traumhaft schöner Abendhimmel. Die Luft war lau und die letzten Vögel sangen ihr Lied. Es roch nach Frühling. Ich blieb stehen, schloss die Augen und genoss mit allen Sinnen diesen wunderbaren Moment. 

Ja so möchte ich leben. Über dem Durchschnitt. Das heißt natürlich als Christ nicht, es muss das tolle Luxusauto sein, die Villa, edle Markenklamotten oder fantastische Urlaube.

Nein, als Christen haben wir andere Ziele und Werte. Die sind ja auch gut, biblisch fundiert. Wir möchten ein erfülltes Leben – ein Leben erfüllt von Gott. Das heißt aber im Alltag oft, wir haben hohe Ziele, über dem Durchschnitt halt. Wir wünschen uns tolle Familien, gut geratene, geistlich wachsende Kinder, Vorzeigefamilie in der Gemeinde, eine Ehe, wo wir alles gemeinsam tragen, immer tiefer zusammenwachsen, Freundschaften, die echt sind, die tiefer gehen und auch in Krisen halten. Eine erfüllende Arbeit, wo ich weiß, Gott braucht mich am richtigen Platz. Alles über dem Durchschnitt halt. Oft sind wir auch zufrieden und Gott super dankbar und wenn wir ehrlich sind, als Gesegnete Gottes ist dann manchmal in uns auch ein gewisser Stolz, du hast doch das meiste richtig gemacht. 

Am Montag, den 1. April 2019 hatten wir in Siegwinden eine Feier. Wir haben anlässlich unserer drei treuen Mitarbeiter 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Christa Matt nun schon 50 Jahre im Dienst, Ira Martens 40 und Tabea Kania 10! Auf der Feier wurde viel gratuliert und ich habe oft Worte gehört wie : ‚,Ihr habt euch von Gott gebrauchen lassen, ihr habt ihm euch vollkommen hingegeben!“ 

Als ich diese ganzen Glückwünsche hörte, wurde mir erst klar, mit welchen Menschen ich es hier zu tun habe.

 

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